Modellbau

„Hattest du Geburtstag? – Oder übste mit Fondant?“

Da hat die Kollegin schnell geschaltet als ich die zweite Probetorte in die Kaffeeküche getragen habe. Und gleich entspann sich ein kennerhafter Dialog über Unebenheiten, Risse, die Dicke von Fondant und kleine Mistblagen (Nicht meine Worte…), die die teure Geburtstagstorte vom Konditor nicht anrühren, weil das Zuckerzeug oben drauf sie so anwidert. „Statt dass sie es abmachen!“

Biskuit_fertigMeine Kollegen haben es abgemacht, vermute ich zumindest. Wahrscheinlich haben sie Teile des rosa Schweinchenüberzugs (Ich wollte die Reste vom ersten Mal nicht wegwerfen und beim Zusammenkneten kam dieser apart abstoßende Ton raus.) erst zurück am Schreibtisch in den Müll befördert. Auf der fast schon geleerten Kuchenplatte habe ich jedenfalls erst spät einige abgekratzte, eingetrocknete Fondant-Blätter gefunden. Meinen ersten Versuch einer Rose habe ich dann gleich selbst entfernt.

Überhaupt, Rose. Ich weiß, dass Modellieren überhaupt nicht von mir erwartet wird. K. will keine Rosen auf der Torte. Ich weiß auch, dass ich im Modellieren eine Null bin. Aber ich kann es nicht unversucht lassen – ich hab mich zu einem Kurs angemeldet…

Weil Spaß hat es ja doch gemacht. Youtube war da auch wieder sehr hilfreich. Schon mit einer Suchanfrage habe ich die Kuchenfee gefunden, und die hat ihr Handwerk eben gelernt! Wusste ich noch gar nicht, während ich gleich parallel zum Video eine erste Blüte geformt und sofort wieder zusammengematscht habe. Erst am Ende sagt die Fee, dass es schon mal bis zu 100 Rosen brauchen kann, bis eine ordentliche dabei rauskommt. Ich bin da nicht so: Nach der zweiten hab ich beschlossen, dass es das schon mal tut.

Außerdem fehlen mir noch so viele Hilfsmittel. Andere besitzen Knochen, Ball, Klinge, Muschel, Knollen, Bogen, Kamm und Zacken – kurz Modellierwerkzeug. Ich besitze ein silbernes Fischmesser.

Das leistet bislang aber auch ganz gute Dienste und sieht dabei sogar deutlich besser aus als die billigen Plastikstäbchen, die der Handel für den Hobbybereich anbietet. Auf die Dauer werde ich vielleicht mal aufrüsten, aber weil Modellieren zweitrangig ist, habe ich meine Wunschliste vorerst mit Tortenring, Tortenscheibe und anderem Chromzeugs bestückt.

Biskuit_innenIm Übrigen hat die zweite Torte beim Geschmackstest nicht ganz so gut abgeschnitten, wie Nummer eins. Statt Brownieteig habe ich dieses Mal mit klassischem Biskuit gearbeitet. Für sich genommen war der auch schön luftig, aber Biskuit ohne jede Menge Sahne vermittelt am Ende doch immer das Gefühl, in einen Schwamm zu beißen. Auf der anderen Seite fand die Schokoganache viel Anklang, besonders bei Kollegin J. Sie zieht sie der hellen Buttercrème vor, während K. der Brownieteig besser gefällt. Im Zweifel sticht natürlich Braut Kollegin. Andererseits: Brownieteig mit Schokoganache hat so gar nichts Feierliches.

Ein Gedanke zu “Modellbau

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