Alte Schweden träumen schlecht

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Die Rezepte von Leila Lindholm schätze ich sehr. Butter, Sahne, Schokolade in großen Mengen verbacken – und als Topping dann noch etwas Butter, Sahne und Schokolade. Das steht alles in überhaupt keinem vernünftigen Verhältnis und sorgt für üppige Ergebnisse. Aber die Sache mit dem vernünftigen Verhältnis beschäftigt mich immer öfter. Ansich ist mir Vernunft beim Backen fremd, zumindest was die Inhaltsmengen angeht. Aber tatsächlich stimmt bei den Lindholm-Rezepten häufig manches nicht, so dass die Ergebnisse nur semi-gut aussehen. Geschmack top, Optik naja. Wie zum Bespiel bei Tante Sallys Pie:

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Ich will Leilas Tante Sally ja wirklich nicht zu nahe treten, aber ich habe von der Füllung, wohlgemerkt einem ganzen Kilo Früchten, nur die Hälfte genommen. Einer Eingebung folgend hatte ich eh den Verdacht, dass ein Kilo Beeren nie und nimmer zwischen diese knapp bemessene Mürbteigmenge passt.

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War das schon kein Spaß, hat mich Leila dann auch noch mit der Angabe beim Stärkemehl allein gelassen. Wer gefrorene Beeren nimmt, solle „etwas mehr Stärkemehl“ unterrühren! Nur: Wieviel ist etwas? Mein etwas war auf jedenfall zu viel. Süße und Säure der Füllung gleichen sich wunderbar aus, aber im Abgang ist das alles ganz klar ziemlich mehlig. Daran, dass morgen nur noch Brei in der Form sein wird, will ich gar nicht denken.

Und dann ist da noch diese neue Kuchenblech. Weil ich gelesen habe, dass man für die Arbeit mit Tortenringen ein absolut planes Blech benötigt, damit unten nichts ausläuft, hatte ich mir schon entsprechende Markenprodukte angesehen. Wie’s der Zufall will, kam ich aber vergangene Woche im – Achtung! – schwedischen Möbelhaus an einem Blech der Serie Drömmar vorbei. 4 Euro 99? Dem Motto meines sparsamen Opas folgend, der in solchen Fällen gerne „Nuu, was soll sein?!“ sagte, um zum Ausdruck zu bringen, dass man bei diesem Preis nicht viel verkehrt macht, habe ich das Teil natürlich mitgenommen. Nuu, was war? Das:

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Keine Minute war das Blech mit den kleinen Dessertringen samt Leilas Blondieteig im Ofen, da tat es einen metallischen Schlag. Das Blech bog sich an der hinteren Ecke nach oben, während gleichzeitig munter Teig aus allen Ringen lief.

Ich hab nachgesehen: Der Schwede setzt das Wort Drömmar ein, wenn es um geplatzte Träume geht. Insofern hätte Ikea noch viele andere Produktreihen Drömmar nennen können…

 

Ein Gedanke zu “Alte Schweden träumen schlecht

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