Gib Gummi

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Es war ja sowieso an der Zeit, mal wieder das Fischmesser rauszuholen… Dabei hatte ich eigentlich geplant, eine Tarte zu backen. Gabs schon lange nicht mehr. Irgendwas mit Obst. Aber dann hat der Herr Doktor – die Idee lag auch durchaus nahe – plötzlich eine Torte in Reifenform ins Spiel gebracht. Und schon in der Sekunde, in der ich „Ja genau, pfff, haha…“ sagte, wusste ich, dass ich’s ausprobieren will.

Wenige Stunden später waren Bilder im Netz recherchiert, die Fondantvorräte überprüft, das Fischmesser zum Modellieren rausgesucht.

Aber ach, das Modellieren. Ich meine mich zu erinnern, dass ich meine geringen Fähigkeiten zu formen schon erwähnt habe. Mein einzig wirklich gelungenes Werk in der Hinsicht war mal ein getöpferter Hase, der aber auch nur so super aussah, weil die Werklehrerin über dieses eine 11-jährige Mädchen unter den fünfzehn 11-jährigen Buben so glücklich war, dass sie alle Handgriffe immer an meinen Werkstücken vormachte. Den Hasenkopf hat sie echt gut hingekriegt.

Und jetzt also Motivtorte Reifen. Meine erste Motivtorte sowieso. Die Ungeschicklichkeit, zu formen, hindert mich vermutlich auch daran, Motivtorten als besonders attraktiv zu empfinden. Schon faszinierend, dass manche Neuschwanstein oder Hogwarts aus Kuchenteig nachbauen können. Hochachtung. Aber wegen mir darf’s eigentlich auch einfach eine Schwarzwälder-Kirsch sein, wenn der Geschmack stimmt.

Ich glaube, das ist auch das, was mich an der ganzen Tortenthematik stört: Da geht es immer um irgendein Trägerteig mit irgendeiner (Butter-)-Creme, nur um sich dann mit Fondant auszutoben. Ich habe das Gefühl, schon nach vier Versuchen durch zu sein: heller Teig mit dunkler Creme, dunkler Teig mit heller Creme, Brownieteig, Biskuit, aus. Dieses Mal hab ich wieder den Blondieteig von Leila Lindholm genommen. Beim letzten Mal war der innen ja noch matschig, dieses Mal hab ich ihn immerhin mal ganz durchgebacken bekommen.

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Als beim Backen relativ rezeptorientierter Mensch fehlt mir vielleicht einfach die nötige Kreativität. Aber im Grunde möchte ich auch gar nicht experimentieren und scheitern. Ich will, dass andere die Geschmackskomponenten zu einem gelungenen Ganzen zusammenfügen und wenn es schmeckt, ordentlich aufschreiben. Ich back’s dann.

Trotzdem wollte ich diese Reifentorte! Das Schwarzfärben des Fondants hat mich zwei Paar Einweghandschuhe und sehr viel schwarze Lebensmittelfarbe gekostet. (Warum braucht es solche Unmengen dafür? Die Handschuhe waren sofort schwarz, der Fondant nicht.) Das Fischmesser war wieder sehr nützlich, hat aber auch nichts dran geändert, dass ich jede Menge Kratzer in den Felgen habe. Wie immer war ich zu ungeduldig, die überstehenden Grate ordentlich zu glätten.

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Der schwarze Fondant schließlich war dieses Mal so bösartig klebrig, dass ich ihn viermal ausrollen musste und jetzt das Gefühl habe, mit dem Reifen nicht durch den Tüv zu kommen. Nicht gerade griffig, das Profil. Na ja, andererseits: Pikes Peak muss ich ja nicht rauffahren damit.

(Mini-Apfeltarte gabs dann auch noch – da war noch Mürbteig im Gefrierfach.)

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