Ins Koma gebacken oder Ich mach dich mürbe

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Die vergangenen Wochen waren anstrengend und die kommenden werden auch nicht besser – was liegt näher als sich beim Backen zu entspannen. Um nicht zu sagen einen regelrechten Rausch zu entwickeln. Als ich wieder halbwegs nüchtern war, standen da drei unterschiedliche Kuchen. Zusammen nenne ich sie Variationen in Mürb.

Nicht nur die Basis Mürbteig verbindet sie. Auch das, was drauf oder dazwischen ist, hat einen gemeinsamen Nenner: Es sollte verarbeitet werden.

Da waren zunächst mal die Zitronen. Aus mir nicht mehr nachvollziehbaren Gründen habe ich in den vergangenen ein, zwei Wochen immer wieder Netze mit Biozitronen eingekauft – aber nie Zitronen gebraucht. Langsam wurde es Zeit, irgendetwas damit anzustellen, bevor der Schimmel kommt. Erst dachte ich an Zitronenlimonade, aber das Wetter ist so gar nicht mehr nach eiskalter Erfrischung. Aus demselben Grund habe ich auch Zitronensorbet wieder verworfen. Dann kam mir der Gedanke an eine Tarte und durch Zufall stieß ich auf ein Cynthia-Barcomi-Rezept. Obwohl ich es immer vorhatte, habe ich noch nie etwas von ihr gebacken. Aber erst am vergangenen Wochenende hatte ich mich bei K.s Hochzeit mit R. über sie unterhalten. Ich bin im Bilde – ihre Multisize Backform steht ja auch schon geraume Zeit auf meiner Amazon-Tortenprojekt-Wunschliste („Nudge nudge wink wink, say no more, lieber Ehemann…“).

Jedenfalls schien das genau das Richtige: Für die benötigten 130 Milliliter Zitronensaft habe ich immerin fünfeinhalb der kleinen Biodinger aufgebraucht und weil zwischen Mürbteig und Füllung sogar eine Schoko-Ganach kommt, konnte ich mich umso mehr damit anfreunden.

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Interessant wird noch sein, den Unterschied zwischen Cynthias Mürbteig, in den drei Esslöffel Sahne kommen, und der Pie Crust herauszuschmecken, die ich für eine Pumpkin Pie gewählt habe, und die ohne Ei, dafür aber mit einem Anteil Kokosfett und Wasser hergestellt wird.

Dafür musste erst einmal der viereinhalb Kilo schwere Butternut-Kürbis von Vater L. geschlachtet werden. Eine Hälfte davon wanderte gleich in den Ofen, um zu Pürree zu zerbacken.

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Davon wiederum die Hälfte kam mit Ei, gezuckerter Kondensmilch, Zimt, Muskat und Nelken auf den Pie-Boden, dann in den Ofen und jetzt sieht das alles zwar bisschen zerfressen aus, riecht aber ganz köstlich.

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(Die andere Kürbishälfte wurde am Abend übrigens nach Art von Ottolenghi und von mir etwas weiter aufgempimpt zu einem würdigen Einstieg in den kulinarischen Herbst.)

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Nicht vergessen werden sollte jetzt aber das Quittengelee von der Bekannten der Oma von – wir erinnern uns… Da war ich ja beim ersten Mal zum einen etwas sparsam mit Gelee, zum anderen hatte ich mich dazu hinreißen lassen, Bittermandelaroma zuzufügen. Dieses Mal habe ich großzügig Gelee spendiert und statt Kunststoff einfach ein bisschen echte Vanille genommen. Das Ergebnis: Absolut überzeugend. So, dass der Gatte, der sonst nahezu nur Schokoteig anrührt und bereits seine Ablehnung gegenüber der Zitronentarte geäußert hat, schon mehrfach zum Schnittchen gegriffen hat. Sogar den hab ich mürbe gekriegt.

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