Legends of the fall

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Ich hatte da diesen Kochkurs geschenkt bekommen. Vor zwei oder drei Jahren schon. Aber  mit einem Termin hatte es nie hingehauen. Bis diese Woche. Kursthema: „Fleischeslust. Alles rund um Rind, Schwein und Geflügel.“ Klang gut. Aber was soll ich sagen? Am Ende war ich für den Kuchen zum Dessert zuständig.

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Zugegeben, nicht ganz unfreiwillig: Von dem Vorspeisen – Salat mit gebratenen und in Honig und Sesam gewendeten Hühnerstreifen sah ich mich nicht sonderlich herausgefordert. Am Hauptgang hatte ich schon das Interesse verloren, noch bevor es losging: Da lagen einfach drei Filets. Vom Rind, vom Schwein, vom Kalb. Alle drei wurden in Medaillons geschnitten, mit Speck umwickelt und gebraten. Fand ich jetzt nicht so spannend. Irgendwie hatte ich mit verschiedenen Teilen vom Tier gerechnet oder dass man mir mal live zuschaut, wie ich ein Steak in die Pfanne haue. Aber es gab kein Steak.

Also haben L. und ich uns bereiterklärt, den soufflierten Orangen-Schokokuchen zu machen. Die größte Challenge dabei: Gerätschaften und Zutaten zu bekommen. Gummischaber – gab es nicht. Handrührgerät – gab es nicht. Normales Mehl – gab es nicht.

Versteht sich von selbst, dass wir einen perfekten Kuchen serviert haben.

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Hätten L. und ich dabei nicht so viel Spaß miteinander gehabt und die Zeit zum Ratschen genutzt – ich hätte mich ziemlich gelangweilt. Zumal ich bei den wieder kühlen Temperaturen erst am vergangenen Wochenende zur Schokolade zurückgekehrt war.  Da waren in kürzester Zeit Fudge Brownies mit Salzkristallen gebacken – und die waren mindestens so gut, wie das Orangen-Schoko-Ding. Vielleicht noch besser.

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Als erste Ode an den Herbst war außerdem eine Michigan Apple Pie in den Ofen gewandert. Beide Rezepte übrigens wieder aus dem Roy-Fares-Buch, mit dem ich mich immer besser anfreunde. (Abgesehen davon, dass Roy von mir verlangt hätte, sieben große Äpfel in eine 22-Zentimeter-Form zu packen. Go away! Sieben! Nach viereinhalb ging einfach gar nichts mehr.)

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Weil ich mich kurz vor Backende nicht zurückhalten konnte, die restliche Ei-Sahne-Mischung drüberzupinseln, ist die Pie dann ein klein wenig zu dunkel rausgekommen. Dem sehr runden Geschmack war das aber nicht abträglich. Bevor die Apfelspalten unter die Haube kamen, wurden sie nämlich mit einer Art ZimtKaramell-Mehl-Mischung übergossen. Kannte ich so auch noch nicht. Muss aus Michigan sein.

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Und es barg doch immerhin eine gewisse Spannung.

Im Gegensatz zu diesem Kurs, in dem mir ein junger Koch zeigt, wie Fleisch pariert wird,  ohne den Begriff überhaupt auszusprechen. Ich bin mir nicht sicher, ob er ihn überhaupt kannte. Gleich danach hat er dann auch noch die Legende von den sich schließenden Poren beim scharfen Anbraten von Fleisch erzählt, von der eigentlich inzwischen jeder wissen sollte, dass sie einfach totaler Quatsch ist. Spätestens da hatte der Chef bei mir verspielt.

Unseren Orangen-Schoko-Kuchen haben L. und ich darum auch aus dem Ofen geholt, als WIR es für richtig hielten.

2 Gedanken zu “Legends of the fall

  1. Pingback: Einen Strauss Äpfel, bitte! | Back ihm was Gscheits

  2. Pingback: Bake it again, Pie! | Back ihm was Gscheits

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