Auslaufmodell

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In Kindertagen waren die schönsten Momente am Weihnachtsabend doch die, in denen man Geschenke zusammenzubauen konnte. Lego oder Playmobil oder anderes Zeug. Was man eben so zusammenbaut. Die Erinnerung an diese Zeiten wurde bei mir vergangene Weihnachten aufgefrischt. Ausgelöst durch die Multisize Backform von Cynthia Barcomi, die unterm Christbaum lag. Dieser Backrahmen ist für sich genommen zunächst mal eine Art Puzzle: Mithilfe von vier Seiten- und vier Mittelteilen lässt sich die große quadratische Form in allerlei kleinere Formen unterteilen.

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Die zugehörigen Steckwände sind mit Buchstaben und Ziffern versehen. Hat man das erst einmal wahrgenommen, wird es deutlich einfacher, die richtigen Teile an die richtige Stelle zu stecken. Aus dem großen Quadrat werden so bis zu neun kleine Formen. Oder sechs Rechtecke. Oder oder oder. Sehr flexibel.

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Nun ist es nur so, dass dieses großartige und spaßige Stecksystem, egal wie man es zusammenfummelt, immer Seiten hinterlässt, an denen offene Rillen bleiben. Systembedingt. Und weil ich nur sehr begrenzt darüber nachgedacht habe, dass auf der Packung etwas ideal „für jede Art von Biskuits, Brote und Brownies“ steht; und weil ich wie bereits beschrieben eigentlich gar nichts im Haus hatte; und weil da nur noch vier Eier waren und keine Buttermilch und kaum Sahne und ein Brownieteig à la Leila Lindholm darum gar nicht infrage kam; und weil ich einfach verd**** nochmal endlich irgendetwas in diese Form einfüllen wollte – habe ich mir aus meinem ebenfalls ganz neuen Donna-Hay-Buch „The new easy“ einen Schokorührkuchen ausgesucht.

Fünf Eier hätten es für den eigentlich sein sollen, was vielversprechend klang. Und da Kakao, Butter, Mehl, Zucker und Schokolade immer im Haus sind, habe ich das Rezept dann schließlich noch umgerechnet für meine vier letzten Eier.

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Doch, da war schon noch der vage Gedanke, dass Rührkuchenteig vielleicht zu flüssig sein könnte und durch die Ritzen austritt. Trotzdem war ich der Meinung, wenn ich ihn relativ flach in ein rechteckiges Segment füllen und dann gaaaaanz schnell in den Ofen schieben würde, käme nachher so etwas wie ein Brownie heraus.

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Erst lange, nachdem ich die mittlere Katastrophe, die sich plötzlich auf drei Segmente ausgebreitet hatte, aus dem Ofen geholt hatte und lange, nachdem durch beherzte Beschneidung doch noch zwei ganz anständige Teigstücke hergestellt waren, die sich mit Guss versehen gar nicht so schlecht machen, erst lange danach kam mir die Idee, dass man die offenen Ritzen natürlich mit Backpapier abdichten könnte.

Oder man könnte es mal mit Biskuit, Brownie- und Brotteig probieren.

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(P.S.: Die spätere Recherche auf der Homepage von Barcomi hat ergeben, dass bei besonders flüssigem Teig empfohlen wird, die Form mit etwas Backpapier auszulegen. Schade, dass die erwähnte kurze Anleitung in meinem Set nicht vorhanden war. Könnte man aber ja auch mal auf die Packungsrückseite schreiben, so ein nicht ganz unwesentliches Detail.)

3 Gedanken zu “Auslaufmodell

  1. Pingback: Das Flüssige muss ins Eckige | Back ihm was Gscheits

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