Kein Ersatz

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Karwoche und Osterfeiertage: Die sozialen Medien empfahlen hundertfach, Eierlikör, Rüblitorten und Hefegebäck in vielen Varianten vorzubereiten und dann zu genießen.

Ich war absolut willens zu allem!

Gekommen bin ich gerade mal bis zum Eierlikör und zu einem kleinen Blech Brownies, das vor lauter Chaos erst vergessen und dann immerhin eingefroren wurde. Karwoche und Osterfeiertage hieß bei uns nämlich: eine Gluten- und Milchunverträglichkeitsdiagnose, eine fette Erkältung, ein Hexenschuss, ein sich angeblich selbstauflösender Wundfaden, der ziemlich unaufgelöst aus einer Wunde herausbohrt, ein Kreislaufkollaps mit anschließenden blauen Flecken, zwei Gallenkoliken und eine Gallenblasen-OP.

Jetzt, wo sich alles langsam zu beruhigen scheint – und ich betonte scheint! -, sollen aber doch ein paar Worte über die Brownies verloren werden: Auf der Suche nach meinem Eierlikörrezept stieß ich nämlich auch auf diese Angaben meiner leider viel zu früh verstorbenen Freundin Sophie:

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Ich habe keine Ahnung, woher Sophie das Rezept hatte und will mal eine Ausnahme machen: Normalerweise blogge ich keine Rezepte, ich bin ja in der Regel nicht der Urheber, und außerdem gibt es im Netz mehr als genug.  Aber in Gedenken an Sophie und weil ich mich so über die Wiederentdeckung gefreut habe:

Für eine Springform mit 26 Zentimetern Durchmesser

  • 250 g Zartbitterkuvertüre grob hacken und mit
  • 250 g Butter über dem Wasserbad schmelzen.
  • 4 Eier, 80 bis 100 g Zucker und 1/2 TL Zimt aufschlagen.
  • Die etwas abgekühlte Schokomischung in die Eimischung rühren.
  • 150 g gemahlene Mandeln (oder Haselnüsse) mit 3 EL Rum befeuchten und alles mischen.
  • Bei 160 Grad ca. 35 bis 40 Minuten backen.

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Und dann kommt in etwa so etwas heraus. Köstlich, nussig, matschig, leicht alkoholisch. Einfach super.

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Nur stand dann aber eben plötzlich im Raum, dass in Zukunft eventuell auf Milch, Weizenmehl, Nüsse und Butter verzichtet werden müsste. Auf alles, was gut ist beim Backen. Und je klarer der Gedanke wurde, desto frustrierender war er.

Als schnellen Beweis und noch schnelleren Trost, dass das in Zeiten, in denen Veganer den Ton angeben, alles überhaupt kein Problem ist, entstand dann auf die Schnelle dies: „Vegan Brownies“, die von der englischsprachigen Verfasserin als „very gooey“ beschrieben wurden.

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Sehr gooey, also klebrig waren sie, durchaus. Und so kleben sie jetzt bis zur nachösterlichen Müllabfuhr auch wie Mörtel in der Abfalltonne: Vermutlich waren diese verdammt öligen Dinger zumindest teilschuld an einer der erwähnten Gallenkoliken. Da kann der Veganer an sich jetzt natürlich nichts dafür. Und ehrlicherweise muss ich sagen, dass auch Sophies Brownies aus Butter und Schokolade einen Anfall mitausgelöst haben könnten.

Aber trotzdem: Nach der erfolgreichen Entfernung der Gallenblase hoffe ich sehr, dass das Thema Lebensmittelallergie bei uns wieder vom Tisch ist. Denn ich will beim Backen eigentlich gar nichts durch irgendwas ersetzen! Ganz oder gar nicht. Gooey, ohne Schmu-i!

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