Leichte Nudel

Wir hätten es natürlich wissen können, dass es die legendären Buchteln der Frau Hawelka im gleichnamigen legendären Kaffeehaus in Wien erst am späteren Abend gibt – steht ja überall, wo über das Hawelka geschrieben wird. Außerdem erinnerte sich der liebe Mann auch daran, dass er sie in jungen Jahren dort auch erst zu später Stunde   bekommen hatte. Von Frau Hawelka persönlich durch die Stube getragen und angeboten. Aber ein Regenschauer hatte uns schon etwas früher in die Dorotheergasse getrieben. Und dann gab’s halt noch keine Buchteln, sondern nur Topfenstrudel. 

Wobei: „Nur“ ist natürlich geradezu unverschämt im Zusammenhang  mit diesem Topfenstrudel. Der war nämlich ein Gedicht! Hauchdünner Strudelteig, ganz lockere, fluffige Topfenfüllung – herrlich! Nie könnte ich das nachbacken.

Weil ich ja aber nach jedem Urlaub alles mögliche nachmachen muss, hab‘ ich dieses Mal einfach mit den Buchtel angefangen, die wir nicht bekommen haben.

  

Und weil die Probleme mit Hefeteig der Vergangenheit angehören, gingen sie recht einfach von der Hand. Na ja, vielleicht auch, weil es sich ja um kaum etwas anderes handelt, als Rohrnudeln. Und die kann ich eigentlich schon lange.

  

Meine waren zwar nur mit selbstgemachter Himbeermarmelade gefüllt – ich vermute, dass sie im Hawelka Powidl verwenden. Aber sie waren leicht und luftig, lauwarm serviert und der Mann nennt mich seither gelegentlich Frau Hawelka.

  

Ich nehm’s als Kompliment.

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