Tarte macht erfinderisch

Im Urlaub gewesen, heimgekommen, gebacken. So ist’s ja immer bei mir. Erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass das Brioche jüngst ja so eine Art Übung für die Ferien war: Und so viel besser waren die Originale in Frankreich auch nicht… Okay, gelogen. Ich habe in Frankreich zwar so einiges, aber kein Brioche probiert.

Auch nicht probiert habe ich die vielen Tartes au citron. Aber irgendwie bald gewusst, dass ich da zu Hause mal ran muss. Nicht zuletzt, weil ja jüngst diese US-Variation mit der gezuckerten Kondensmilch so gut geklappt hatte.

War ja klar, dass ich in der Recherche mal wieder feststellen musste, dass hier verschiedene Weltanschauungen aufeinander prallen. Am besten erklärt werden diese Unterschiede auf La Pâticesse, wie ich finde. Crème mitbacken, Crème nicht mitbacken, Meringue oben drauf oder nicht – puh, das sind Fragen! Als ich’s kapiert hatte, war trotzdem keine Entscheidung für ein Rezept gefallen – ganz einfach, weil mir immer irgendwas fehlte.

Die Lösung des Problems: Erst dem Mann seinen schon lang versprochenen Aprikosen-Streuselkuchen gebacken, dabei eingegrooved und – ungewöhnlich für mein Backverhalten – für eine Improvisation entschieden.

Den Anstoß dazu gegeben hat Annik Wecker und ihr Hinweis in „Raffinierte Tartes süß und pikant“. (Das Buch von 2010 gibt es so wohl gar nicht mehr, nur gebraucht.) Sie habe das Rezept schon mit vielerlei verschiedenen Säften gemacht und man könne einen Teil der Flüssigkeit auch durch Weißwein oder Likör ersetzen.

Weißwein oder Likör? Ein guter Hinweis! Ein entscheidender Hinweis. Und warum oder? Warum nicht und?

Die wilde Mischung aus Zitronensaft, einem Schuss Weißwein und dem selbstgemachten Limoncello, der zwar süß und zitronig ist, aber nie an echten Limoncello rankam und also seit ewigen Zeiten stiefmütterlich im Kühlschrank rumsteht, macht sich prächtig auf dem Mandelmürbteig.

Außerdem ist es mir sogar gelungen, die Menge der Zitronenmasse pi mal Daumen auf etwa zwei Drittel zu reduzieren, so dass sie exakt in die etwas kleinere Tarteform gepasst hat.

Wie revolutionär die Entscheidung war, keine kandierten Zitronenscheiben mehr herzustellen, sondern einfach nur ein paar Brombeeren aufzulegen? Das verbuche ich mal unter laissez-faire.

Ein Gedanke zu “Tarte macht erfinderisch

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