Herzensangelegenheit

Natürlich gibt es heute ein Herz! Ein am Rand etwas ausgefranstes zwar, aber das hat rein Liebestechnisch überhaupt nichts zu bedeuten. Keine Metapher. Einfach nur ein Herz für’s Herz.

Dass ich überhaupt Glitzerperlchen in Rosa und sogar Miniherzen aus Zucker im Haus hatte, um das gute Stück zu verzieren, hat mich selbst überrascht. Denn die Aktion entstand relativ spontan, während der Gatte außer Haus war. Da fiel mir ein schon vor längerer Zeit vorgebackener und mitsamt der Form eingefrorener Mürbteig ein. Raus aus dem Gefrierfach und angetaut war die Konsistenz nicht mehr ganz so knackig, wie gehofft. Also wanderte das Herz noch einmal für 10 Minuten in den Ofen, während ich eine Schoko-Ganache angerührt habe.

Für die habe ich mich dieses Mal auch wieder auf ein Rezept verlassen. Die vorige nämlich, die im Grunde ähnlich spontan auf ähnlich übrigem Mürbteig landete, hatte ich nach Gefühl gemacht – und prompt lag mein Gefühl total daneben.

Sie sah am Ende zwar gut aus, aber die Konsistenz stimmte nicht so recht.

Man mag es kaum glauben, aber es handelt sich hier eigentlich um eine weiße Ganache. Da ich aber erst locker-flockig einen Schwall heißer Sahne über die Schokolade gegossen hatte, um hinterher zu lernen, dass weiße Schokolade deutlich weniger Flüssigkeit verträgt, um fest zu werden, musste getrickst werden. Für etwas mehr Stand wanderte noch das eine oder andere Restchen dunklerer Bestandteile hinein, bis aus weißer Schokolade dunkle weiße Schokolade geworden war.

Die Crispy-Kugeln ließen sich dafür ebenso locker-flockig noch am nächsten Tag aufwerfen.

Im Fall des Herzens wollte ich die Füllung aber keinesfalls zu weich haben. Ausgefranstes Herz – ja. Weiches Herz – nicht nötig!

Also im Buch von Annik Wecker nachgeschlagen und die Verhältnisse eingehalten. Rosa Verzierung in der Vorratskammer gefunden und frühzeitig  vor dem Erstarren aufgestreut.

Sich hier nicht wie in manchen Liebesdingen auf’s Gefühl zu verlassen, sondern auf Nummer sicher zu gehen, hat sich also ausgezahlt. Froh war ich allerdings, dass die Herzensüberraschung nicht mit einer Lüge begleitet werden musste: Schon unter der weißen – oder nicht so weißen – Ganache hatte sich eine Schicht Himbeermarmelade als ganz hervorragende Komponente erwiesen. Selbige Marmelade fehlte plötzlich auf dem Frühstückstisch, weil ich den Rest aus dem Glas unter das Herz gestrichen hatte. Glücklicherweise war das Frühstücksangebot an diesem Morgen so üppig, dass dem Gatten erst viel später auffiel, was ihm vorenthalten worden war.

Ausgefranstes Herz – ja. Weiches Herz – nicht nötig. Aber in jedem Fall: Ehrliches Herz!

Ein Gedanke zu “Herzensangelegenheit

  1. Pingback: Mürbteig für Millionen | Back ihm was Gscheits

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