Ich kann Karamell!

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Was waren das für Mengen von Karamell, die ich in den vergangenen ein, zwei Jahren hergestellt habe. Immer und immer wieder neue Versuche, karamellisierten Zucker in schnittfeste Masse zu verwandeln. Bücher gekauft, Rezepte gewälzt, Tipps im Netz gelesen. Immer wieder große Weck- und Marmeladengläser mit zu weichem Karamell in die Vorratskammer verfrachtet. Oder verschenkt und behauptet: „Das soll so. Das ist Aufstrich.“

Und dann bringt das alte Väterchen ein schnödes Kundenmagazin aus dem Großmarkt nach Hause.

Das an sich ist schon erstaunlich. Denn das alte, über 80 Jahre alte Väterchen geht gar nicht gern in den Supermarkt und in einen Großmarkt schon gar nicht. Um aber von seinem Kumpel nach Hause gefahren zu werden, musste er abwarten, bis der sich dort mit Wasser und Fleisch versorgt hätte. Auch ärgert sich das alte Väterchen normalerweise über jegliches gedruckte Werbeprodukt. Vermutlich hat es das Metro-Kundenmagazin auch dann eingesteckt, weil es schon so überwältigt war von all den Waren in Großpackungen und den Flachbild-Fernsehern. Und den Preisen!

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Jedenfalls überreichte es mir während eines enthusiastischen Erlebnisberichts ein kleines Heft mit den Worten: „Da sind auch Rezepte drin. Das magst du doch…“

Was ich wirklich mochte, war das Foto einer jungen Wiener Pâtissière mit Namen Viola Bachmayr-Heyda auf dem Cover, die einen schokoladigen Tortenboden auf dem Kopf balanciert.

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Zudem lautet der Untertitel des Hefts: Inspiration von Profis für Profis.

Ha! Da bin ich doch dabei!

Stellt sich heraus, dass neben der Beschreibung von Bachmayr-Heydas Leidenschaft für Schokolade auch zwei ihrer Rezepte abgedruckt sind. Unter anderem Walnuss- Toffee-Schoko-Cookies.

Sich den Begriff zu merken, ist eine gewisse Herausforderung. Ebenso die Tatsache, dass das Toffee für die Kekse selbst hergestellt wird. Aber darauf hatte ich ja nur gewartet: Seit einigen Wochen bin ich im Besitz einer Halterung für den Topfrand, in die man das Thermometer stecken kann und also beide Hände frei hat, um gleichzeitig das Gefäß zu halten, beständig  zu rühren und die Temperatur im Auge zu haben.

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Auf 116 Grad musste der Zucker samt Sahne aufgeheizt werden. Bei mir wird es rund um die 105 Grad aber meist schwierig. Mein Herd kommt da schwer drüber. Also habe ich riskiert, den Topfdeckel fast bis zum Rand aufzulegen, auch wenn dann Kondenswasser zurück ins Karamell läuft. Ich kenne mich da physikalisch nicht aus, vermute nur, dass das eigentlich nicht gut ist.

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Aber die Temperatur habe ich auf diese Weise erreicht.

Und Nüsse eingerührt. (Wal- und Pecannüsse in meinem Fall.)

Und das Ganze ausgegossen und erstarren lassen.

Und JA! Es ist fest geworden! Schnittfest!

Als das meiste im Teig untergebracht war, ließen sich die Reste sogar in Bonbonpapier wickeln.

Festes Karamell.

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Ob’s jetzt am Rezept, der Temperatur, der Zusammensetzung  oder gar am Thermometerhalter lag?

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Ist mir egal!

Ich kann Karamell!

 

2 Gedanken zu “Ich kann Karamell!

  1. Pingback: Es muss gerollt werden | Back ihm was Gscheits

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