Eine Gabe der Vorsehung

img_4962

Es kam als Geschenk ins Haus, das kleine Päckchen Halva. Und da stand es dann ein paar Tage lang in der Küche. Dann wurde es ein paar weitere Tage schnöde von A nach B getragen, hin und her. Schließlich war es in die Vorratskammer verbannt. Und drohte, dort auf ewiglich zu bleiben. Allein eine Fügung hat alles verändert.

Ein Fan von Halva war ich noch nie. Schon seit früher Kindheit ist es mir bekannt, schon damals kam es immer als Geschenk ins Haus und kaum einer wollte sich der Sache annehmen. Die Konsistenz, der Geschmack, die Farbe – Halva ist wirklich nicht gerade gesegnet mit glücklichen Eigenschaften.

Klar war also, dass ich das Päckchen nicht öffnen würde, wenn sich nicht irgendein Rezept fände, mit dem ich die Grundeigenschaften des Produkts verschleiern könnte. Eine Internet-Recherche brachte – nichts. Oder jedenfalls nicht viel und nichts, was überzeugte. Was ich an sich schon erstaunlich fand, weil mir da doch immer geholfen wurde.

img_4964

Aber dann hat das Schicksal eingegriffen. Wie gehen diese Geschichten, wo einer am anderen Ende der Welt ein Insekt tötet und dadurch der ganze Weltenlauf verändert wird? Gut, so dramatisch war es jetzt auch wieder nicht.  Eher ein bisschen banal.

Egal. Jedenfalls geht die Geschichte so:

Seit Monaten warte ich darauf, dass an meiner Arbeitsstätte, einem Verlag, ein neues Intranet an den Start geht. Weil dann, so war die Ansage, würde es möglich werden, Bücher, die man als Verlagsangestellter mit ein paar Prozent günstiger erhält, über eben jenes Intranet zu ordern. Und weil das bisherige System auf einer nicht ganz so zuverlässigen, humanen Basis arbeitet, wollte ich mit meiner nächsten Bestellung warten, bis das vollautomatische System da ist.

Es kam der Tag des neuen Intranets.

Was nicht kam, war die Online-Buchbestellung. „Bis auf weiteres nicht möglich“, oder so.

img_4946

Da hatte ich jetzt also Monat um Monat abgewartet, mir das so sehr gewünschte Buch „Sweet: Süße Köstlichkeiten“ von Yotam Ottolenghi NICHT gekauft, um mit ihm in den hausinternen Bestellvorgang einzusteigen – und dann gab es keinen.

Zwischen wütend und resigniert habe ich einen Bestellzettel mit doppeltem Durchschlag (Ja, so etwas gibt es nämlich schon noch!) ausgefüllt, ihn ins entsprechende Büro getragen und ein paar Tage abgewartet.

 

img_4963

Immerhin, das Buch traf ein. Das allein war für mich ein kleines Wunder, möchte ich sagen. Aber der fast göttliche Fingerzeig kam, als ich beim allerersten Durchblättern dieses wahrhaft anderen Backbuches auf „Brownies mit Halva und Tahini“ stieß.

Und alle Zutaten im Haus hatte. Auch Halva!

Und aus meiner Sicht sensationell besondere Brownies gebacken habe.

Wie sagte M. so schön? „Exotisch, aber nicht so sehr, dass man Angst bekommen müsste.“

img_4949

Genau so sind sie. Das Halva gibt den Brownies einen interessanten Hauch von Crunch, die Sesampaste eine minimale Extra-Geschmacksnote. Wer sie nachbacken möchte: Das Rezept ist auch online zu finden, allerdings auf englisch. Ich kann es nur empfehlen. Aber ohne das Geschenk hätte ich diesen Versuch mit Sicherheit nicht gestartet. Und jetzt kann ich nur hoffen, noch sehr viel Halva im Leben geschenkt zu bekommen.

img_4948

Ein Gedanke zu “Eine Gabe der Vorsehung

  1. Pingback: Werbung (nicht) | Back ihm was Gscheits

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s