Schokolade für den Kaiser

IMG_6197Ein Grund, die goldene Guglhupfform zu kaufen, war ja eigentlich der „Schratt-Guglhupf“. Der was? Ich gebe zu, meine Kenntnisse der K.-u.K.-Historie reichte nicht so weit, auf dass mir der Name Katharina Schratt etwas sagte. Ich weiß, dass Sisi in der Mitte nur ein S hat und habe mich gelegentlich auch mit der Geschichte der Wittelsbacher Herzöge in Bayern, ihrer Familie, befasst – die Habsburger Seite habe ich zugegebenermaßen stark vernachlässigt. Und damit auch die Liebschaften des Franz Joseph.

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Dass sich der Kaiser nämlich nach seinen Morgenspaziergängen im Kurort Bad Ischl gern auf einen Kaffee bei der Burgschauspielerin Katharina Schratt einlud, und dazu ein Stück ihres Guglhupfs genoss, habe ich erst aus dem Zauner’schen „K. u. K. Mehlspeisen-Buch“ gelernt. Und dass die Dame angesichts des hohen Gastes kein Risiko eingehen wollte (Dem Kaiser will man ja nicht unbedingt trockene Krümel anbieten.) und zudem keine Lust hatte, schon morgens um 4 Uhr Kuchen zu backen, kann ich gut nachvollziehen. Also gab sie das Rezept dem Hofbäcker Zauner und ließ sich jeden Morgen drei frische Guglhupfe liefern. Um halb sieben. Der Kaiser kam schon eine halbe Stunde später.

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Drei Gugl – das spricht wiederum davon, wie groß der Schratt ihr Sicherheitsdenken war. Naja, die Zeiten waren eben andere.

Ich habe es mal bei einem einzelnen belassen und bin dafür auch nicht früher aufgestanden als sonst – prompt ist mir der Hefeteig erst nicht ganz so aufgegangen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Aber es hat gereicht.

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Auf die Rosinen im Teig habe ich dagegen ganz bewusst verzichtet: Das Verhältnis meines eigenen Kaisers zu Rosinen nämlich ähnelt in etwa dem des Franz Joseph zu Serbien.

Aber so schlau, wie Madame Schratt bin ich natürlich schon lange: Die Rosinen wurden durch Schokotröpfchen ersetzt – und es herrscht weiter Frieden in unserem Reich.

3 Gedanken zu “Schokolade für den Kaiser

  1. Schokotröpfchen statt Rosinen gibt dem ganzen Gugl Schratt eine besondere Note….Auch wenn ich persönlich die Rosinen bevorzugt hätte…. Aber bei Kaisers Wünschen sollte die Bäckerin genau sein, wie die Geschichte lehrt…..
    Was fehlt ist ein Stimmungsbild der güldenen Guglhupf Form….

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    • Da hast du Recht, mit der güldenen Form – die ist einfach herrlich. Und viel besser, als der Flexi-Quatsch, den ich zuvor hatte! Darum werd ich den Gugl auch nochmal backen und dann MIT Rosinen. Ich mag die nämlich auch!

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  2. Pingback: Gold wert | Back ihm was Gscheits

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