Schnick-Schnack

Das Jahr soll natürlich nicht mit einer Lüge zur Neige gehen: Es stimmt ja nicht, dass dieser Advent so ganz ohne fancy-schmancy Gebäck vorbeigeht. Ohne Nervenzusammenbruch – ja. Ohne fancy-schmancy – nein!

Zunächst sind da mal diese tannenbaumartigen Türmchen, genannt Likörspitzen. Die sind so eine Art Wiederentdeckung aus dem Jenseits für mich. Gestoßen bin ich auf das Rezept bei einem Late-Night-Shopping-Event eines Haushaltswarengeschäfts, wo eine Mitarbeiterin einer Firma für Backzubehör eben jene Likörspitzen machte. Eigentlich wollte sie die dafür notwendige Holzmodel verkaufen, in die die Masse gedrückt wird. Im Grunde eine Art Cake-Pop-Rezeptur.

Mir kam das Ganze, je länger ich es anstarrte, irgendwie bekannt vor. Und dann war ich mir plötzlich ziemlich sicher, dass meine Mutter so etwas früher auch schon gemacht hatte. Und dass es so eine Form in ihren verwaisten Küchenschubladen gibt.

Gab es auch. Zwar kein super-tolles Holzteil, sondern nur eine Plastikversion, aber: die Model war vorhanden. Und das verloren geglaubte Rezept dank der Firmenmitarbeiterin auch. (Ich hab ihr natürlich keine Model abgekauft, aber den Rezeptdruck gerne eingeschoben…)

Bevor die Spitzen auf einen Keks geklebt werden, werden sie eigentlich auch noch gefüllt. Die dafür vorgesehene Buttercreme mit Rum ist mir allerdings abgeschmiert, also habe ich einfach drauf verzichtet. Ist so auch schon schön Schnaps im Teig, es geht also nichts ab.

Danach habe ich mich dann außerdem noch an einem weiteren Ottolenghi-Rezept aus „Sweet“ versucht, dem sogenannten Oriental Millionaires Shortbread.

Die ganz persönliche Herausforderung hier: Karamell-Topping.

Hat natürlich nicht geklappt.

Dieses Mal ist mir der Zucker einfach nicht braun geworden. Es blieb und blieb eine weiße, köchelnde, blubbernde Masse. Kein Anzeichen von dunkler Färbung.

Aber ich konnte tricksen: Eine ordentliche Ladung der selbsthergestellten salzige Karamellsoße, die im Kühlschrank steht, hat dazu geführt, dass das Topping zumindest halbwegs farblich passt und einigermaßen fest geworden ist es auch.

Ein gar köstlich Shortbread übrigens: Das orientalische daran ist insbesondere die Mittelschicht aus Halva und Tahini. Wie in praktisch jedem Ottolenghi-Rezept. Aber hier bekommt das so einen butterigen Touch. Fancy-schmancy – und schmatzi!

Ein Gedanke zu “Schnick-Schnack

  1. In den Genuss der tannebaumartigen Türmchen gekommen zu sein, war ein ganz besonderes Privileg…Ich staunte über diese Miniaturspitze und Boden mit Creme….Und dieser Tannenbaum zerläuft quasi auf der Zunge….
    Gruß an das Jenseits aus ganz diesseitigen Gründen.

    Gefällt 1 Person

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