Glaubensbekenntnis

Die Grundaussage von Weihnachten ist ja nun, dass Gott zum Mensch geworden ist – für Christen zwar nicht das allerwichtigste Ereignis, aber doch ein wesentlicher Bestandteil ihres Glaubens. Wie passend, dass ich also ausgerechnet bei der Produktion von Weihnachtsgechenken von Zweifeln geplagt wurde, um dann doch zum rechten Glauben zurückzufinden!

Okay okay, ich kann jetzt nicht gerade mit einer Marienerscheinung aufwarten oder gar damit, dass irgendwer wieder sehen oder gehen kann oder von viel zu wenig doch satt geworden ist. Die Einleitung ist also zugegebenermaßen ein bisschen aufgebauscht. Aber so ist es ja auch mit dem Weihnachtsfest.

Worauf ich eigentlich hinaus will: Ich hatte Zweifel an einem Ottolenghi-Rezept! Shame on me! Wie konnte ich nur – wenn auch nur kurzfristig – mein Vertrauen in meinen Koch- und Backgott verlieren?

Alles war genau so im Backbuch der Bücher Sweet gestanden: Zeit lassen. Abkühlen lassen, dann wird die Schokoganache so fest, dass sie spritzfähig ist. Geduld haben. Damit rechnen, dass es eine riesige Sauerei ist, aus der Masse Trüffel zu formen, sie mit Schokolade zu überziehen und in Kakao zu wälzen.

All das war mir einer Vorsehung gleich im Rezept für Pecan-Prosecco-Trüffel gesagt worden. Und doch wollte ich nicht daran glauben.

Bis sie dann da lagen. (Meine sind übrigens mit Champagner aromatisiert – ich habe keinen Prosecco…)

Es brauchte Zeit. Die Masse wurde spritzfähig. Es war eine riesige Sauerei. Und ich war voll der Reue, dass ich kurz vom rechten Weg abgekommen war.

Übrigens: Mit dem zweiten Rezept – aus einem Booklet, das mal der „Landlust“ beigelegen war – war’s ähnlich. Auch da konnte ich mir eigentlich nicht recht vorstellen, dass aus den beiden übereinander gegossenen Massen irgendwann Mohn-Zimt-Konfekt entstehen würde.

Und siehe, auch das ward gut.

Was aber lerne ich nun daraus? Vielleicht: Glaube versetzt Berge – und lässt Schokolade zum Trüffel werden.

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