Einen hab ich noch

Ich könnt‘ grad immer so weiter Plätzchen backen! Vielleicht zum ersten Mal überhaupt hab‘ ich mich von dem Druck des „im Advent muss es Plätzchen geben“ so konsequent freigemacht – dass ich am liebsten jeden Abend noch eine Sorte backen möcht‘. Und noch eine. Und noch eine!

Da ist wirklich irgendwas in Gang gekommen bei mir. Es gab Jahre, da habe ich Anfang November Excel-Listen angelegt: Nach Durchsicht der mir wichtigen Plätzchen-Ausgaben einschlägiger Magazine entstanden Listen mit den geplanten Sorten, mit Ausgaben-Nummern und nötigen Zutaten. Daraus konnte man dann gleich eine Einkaufsliste generieren. Hinterher stand irgendwo in der Küche ein Korb mit all diesen Nüssen, gerieben und gehobelt, mit Trockenfrüchten und Nougat, Marzipan und Dekozeug.

Und dann habe ich ein Jahr lang versucht, die Reste wegzubacken.

Dieses Jahr aber begann schon mal so, dass mich eigentlich in keiner Zeitschrift viel angelacht hat. Sieht ja alles top aus, aber wegen 30 Gramm Kokosmehl (Was ist das überhaupt?) schon wieder was Neues kaufen? Noch einen bestimmten Ausstecher mehr? Noch irgendein absurdes Aroma?

Stattdessen klang mir auch nach zwei Jahren noch immer im Ohr, was uns die Konditorin damals im Plätzchenbackkurs gesagt hatte: einfach halten; nichts muss perfekt aussehen; schmecken soll es.

Und also habe ich mich daran erinnert, dass ich doch jüngst diesen tollen Mürbteig hatte, den ich zu meinem neuen Standard erklärt habe. Mach doch einfach eine Portion, dachte ich, stich Ober- und Unterteile aus und schmier‘ die Schoko-Lebkuchencrème dazwischen, die noch im Vorrat ist. Als die verbraucht war, hab ich den Rest mit Karamellcrème gefüllt. Voilà – Plätzchen ohne Namen Nr. 1.

Als einziges Muss folgten Spitzbuben, wie es sie seit vielen Jahrzehnten in unserer Familie gibt – aber eigentlich auch nur, weil ich die persönlich einfach am liebsten mag.

Dem Mann wollte ich dann etwas für seine Schokovorliebe bieten und habe mich an ein Brigitte-Rezept von vor vielen Jahren erinnert. Das, was ich per Google im Netz fand, heißt Schoko-Shortbread, wurde aber irgendwie viel saftiger als erinnert. Egal. Ihm schmeckt’s.

Während ich dann immer wieder die wachsende Zahl von Sorten aus der Glücksbackstube beobachtet habe und mehr und mehr Lust bekam, auch davon was auszuprobieren, viel mir nochmal die Essen & Trinken in die Hand. Tahini? Schwarzer Sesam? Weißer Sesam? War alles im Haus – und die Tahini-Kekse schnell gemacht.

Nichts ganz Großartiges. Aber solide und zumindest ein bisschen anders.

Unter der Essen & Trinken kam die Lecker zum Vorschein. Gleiches Prinzip: Marzipan, getrocknete Cranberries (Okay, bei mir war es getrocknete Beerenmischung.) und Pinienkerne – alles im Haus: Pignoli – Check!

Unter uns: Die Menge an Pinienkernen, die ich hatte, hätte nicht ganz ausgereicht – ich hab mit Mandelblättchen aufgefüllt.

Inzwischen schien mir, als könnte man für die Optik doch nochmal irgendwas mit Schokolade brauchen. Schnell einen Schokomürbteig geknetet, in echt schlampigen Streifen gebacken, dann mit Marmelade beschmiert und Marzipanstreifen belegt und schließlich mit Schokoguss versiegelt: Plätzchen ohne Namen Nr. 2.

Dann endlich bin ich zur Glücksbackstube zurückgekehrt und habe mich an den Pistazienkipferln versucht. Warum? Weil ich da doch noch Pistazien im Vorrat gefunden hatte. Und weil man für die grüne Farbe anstelle von Pistazienmark auch Match-Tee nehmen kann. Und wer hat seit Mai noch immer Matcha im Kühlschrank, obwohl man den doch bald aufbraucheen sollte…? Na?

So richtig grün werden die übrigens gar nicht. Aber gut!

Schließlich und endlich wollte ich doch noch eine klassische Butterplätzchensorte haben, im Grunde nur, um mich mit meiner neu erworbenen Auswahl von Streuseln zu vergnügen. Ich hab mich auch hier für die Glücksbackstube entschieden, dieses Mal aufgrund der Überlieferung des Rezepts. Von einer Klosterschwester in die Familie gebracht? Kann nur gut sein!

Ist sehr gut!

Nach der achten Sorte hab‘ ich mich jetzt gezwungen, aufzuhören. Obwohl ich echt im Flow bin. Entspannt. Adventlich.

Aber noch stehen ja die jährlichen „Geschenke aus der Küche“ aus…

2 Gedanken zu “Einen hab ich noch

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