Proust(e)kuchen

Es wurde zu einer schweren Enttäuschung für den Professor: „Ich habe Ihnen Madeleines mitgebracht!“ hatte er gerufen, als er zur Tür hereingeschossen war. Stolz und voller Erwartung blickte er uns an. Madeleines! Über die Proust so ausführlich geschrieben hatte! Madeleines!

Und was gaben wir Studenten ihm zur Antwort? Kein „O, merci!“ oder „Wundervoll!“ oder auch nur „Vielen Dank.“

Sondern: „Wir haben uns gerade Pizza bestellt.“

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Nice try

Immer und immer wieder, wenn andere über meine Backerei sprechen, wird früher oder später der Aprikosen Double Crumble erwähnt, den ich nach wie vor für eines der simpelsten Dinge halte, die man in einen Ofen hineinschieben kann. Auch in Variationen. Und jedes Mal muss ich mir anhören: „Aber den macht sie ja nicht. Der ist ihr ja zu einfach…“

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Schau mir in die Trauben

Trauben im Kuchen – auch irgendwie irritierend. Oder kann ich mich erinnern, je Traubenkuchen gesehen zu haben? Gut, in meiner Kindheit gab es in jeder Konditorei diesen klassischen Obstkuchen, belegt mit einer wilden Mischung unterschiedlicher Früchte unter durchsichtigem Glibber. Zwischen Banane, Kiwi und verschiedenen Beeren waren da immer auch ein paar Trauben dabei. Aber die wurden ja nicht mitgebacken. Also: Traubenkuchen – unbekannt.

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Elastisch fantastisch

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„Gibst du mir mal das Rezept für diesen Schoko-Zucchini-Kuchen? Im Garten wuchern wieder die Zucchini und auf die Weise könnte ich vielleicht sogar die Tochter dazu bekommen …“, sagt J. Ob es sich dabei wieder um die kürbisgeformte Sorte aus dem vergangenen Jahr handelt? Ich habe ihr natürlich den Link gegeben – und musste dann  sofort dringend selbst Zucchinikuchen backen. Obwohl ich keinen Garten voll damit habe. Weiterlesen

Ei Ei Ei

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Nach dem Schock über meine einstürzende Windbeutelpyramide war der Plan, den Tag darauf einfach mal Sonntag sein zu lassen, nichts zu backen und nur in der Sonne zu liegen. Weil mir aber nur in der Sonne liegen viel zu langweilig ist, habe ich mir als Lektüre das zum Geburtstag gewünschte „Große k. und k. Mehlspeisenbuch“ der legendären Bad Ischler Zuckerbäckerei Zauner mit auf den Balkon genommen. Und dann lag ich bald schon nicht mehr auf dem Balkon.  Weiterlesen

Das Familienmitglied

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Beeren – hört mir auf mit Beeren! Das habe ich vergangenes Jahr gemacht, mit Beginn der Sommerobst-Saison. Beeren rauf und runter. Sieht ja auch ganz schön aus, klar. Bunt, frisch, prächtig. Aber wenn ich ehrlich bin: Die süßeste Beere kann bei mir persönlich nicht ankommen gegen eine ordentliche, hochwertige, kakaoige, dunkle, glänzende – Schokolade. Und weil der Rezepttitel „Schokokuchen zum Mitnehmen“ für ein weiteres Familienmitglied auch einen recht reizvollen Titel hat, war klar: Der muss es sein.  Weiterlesen

Dringlicher Apfel

Ein neues, besseres Antennenkabel hat es seit geraumer Zeit möglich gemacht, dass ich den TV-Sender TLC wieder empfangen kann. „Ti El was?“ TLC, ein Nischensender, auf dem man im Wesentlichen Amerikanerinnen beim Kauf ihrer 5000-Dollar-Brautkleider begleiten kann, schwerst Übergewichtige beim Abnehmen anstarrt, einem ganz echten, wahrhaft wahren Medium dabei zuhört, wie es Kontakt mit den Toten aufnimmt – und die Kreationen des Cake Boss bewundert. Der formt aus Massen von Modellierschokolade und Fondant Mega-Torten – ein TV-Format, das mich natürlich interessiert. Und das ich sofort gesucht habe, als das Kabel angeschlossen war.

Gefunden habe ich „Molto bene – Benedetta kocht“. Benedetta ist eine sehr schlanke, flotte Italienerin, die im Augenblick meines Hineinzappens gerade einen ziemlich flüssigen Teig auf Ricottabasis anrührte (Zu sehen in Staffel 2, Folge 21.).

Teig mit Ricotta? Ich war dabei! Weiterlesen