Schau mir in die Trauben

Trauben im Kuchen – auch irgendwie irritierend. Oder kann ich mich erinnern, je Traubenkuchen gesehen zu haben? Gut, in meiner Kindheit gab es in jeder Konditorei diesen klassischen Obstkuchen, belegt mit einer wilden Mischung unterschiedlicher Früchte unter durchsichtigem Glibber. Zwischen Banane, Kiwi und verschiedenen Beeren waren da immer auch ein paar Trauben dabei. Aber die wurden ja nicht mitgebacken. Also: Traubenkuchen – unbekannt.

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Einfach gebraucht

 

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Mit neuen Kochbüchern ist es bei mir, wie mit neuen Backformen: Ich brauch‘ keine.

Ich will sie aber!

Den wiederkehrenden Kampf zwischen Vernunft und Wunsch gewinnt üblicherweise der Wunsch.

Und was mache ich, wenn ich das begehrte Kochbuch dann kaufe? Ich blättere als erstes zum Kapitel „Desserts“ und backe den Kuchen. Weiterlesen

Elastisch fantastisch

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„Gibst du mir mal das Rezept für diesen Schoko-Zucchini-Kuchen? Im Garten wuchern wieder die Zucchini und auf die Weise könnte ich vielleicht sogar die Tochter dazu bekommen …“, sagt J. Ob es sich dabei wieder um die kürbisgeformte Sorte aus dem vergangenen Jahr handelt? Ich habe ihr natürlich den Link gegeben – und musste dann  sofort dringend selbst Zucchinikuchen backen. Obwohl ich keinen Garten voll damit habe. Weiterlesen

Ei Ei Ei

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Nach dem Schock über meine einstürzende Windbeutelpyramide war der Plan, den Tag darauf einfach mal Sonntag sein zu lassen, nichts zu backen und nur in der Sonne zu liegen. Weil mir aber nur in der Sonne liegen viel zu langweilig ist, habe ich mir als Lektüre das zum Geburtstag gewünschte „Große k. und k. Mehlspeisenbuch“ der legendären Bad Ischler Zuckerbäckerei Zauner mit auf den Balkon genommen. Und dann lag ich bald schon nicht mehr auf dem Balkon.  Weiterlesen

Trust your feeling

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Ja nee klar, so schlecht ist er gar nicht geworden. Aber leider ist er halt auch nicht besser geworden als vermutet. Und noch immer ärgere ich mich, dass ich meinem Gefühl wieder mal misstraut und das Rezept trotzdem ausprobiert habe. Weil ich nämlich schon beim Blick auf das Foto in dieser Frauenzeitschrift gesehen hatte: „Der Boden is nix!“ Weiterlesen

Dringlicher Apfel

Ein neues, besseres Antennenkabel hat es seit geraumer Zeit möglich gemacht, dass ich den TV-Sender TLC wieder empfangen kann. „Ti El was?“ TLC, ein Nischensender, auf dem man im Wesentlichen Amerikanerinnen beim Kauf ihrer 5000-Dollar-Brautkleider begleiten kann, schwerst Übergewichtige beim Abnehmen anstarrt, einem ganz echten, wahrhaft wahren Medium dabei zuhört, wie es Kontakt mit den Toten aufnimmt – und die Kreationen des Cake Boss bewundert. Der formt aus Massen von Modellierschokolade und Fondant Mega-Torten – ein TV-Format, das mich natürlich interessiert. Und das ich sofort gesucht habe, als das Kabel angeschlossen war.

Gefunden habe ich „Molto bene – Benedetta kocht“. Benedetta ist eine sehr schlanke, flotte Italienerin, die im Augenblick meines Hineinzappens gerade einen ziemlich flüssigen Teig auf Ricottabasis anrührte (Zu sehen in Staffel 2, Folge 21.).

Teig mit Ricotta? Ich war dabei! Weiterlesen

Raus aus der Sackgasse

Angenommen, man bucht einen Plätzchen-Backkurs, weil man denkt, dort könnte einem vielleicht wieder mehr Lust auf das Produkt gemacht werden, das einen jüngst so zur Weißglut gebracht hat; angenommen, man wähnt den angegebenen Ort mangels Unaufmerksamkeit für etwa ein Viertelstündchen von der Heimat entfernt; angenommen, man findet am Tag vor dem Termin heraus, dass es sich um einen gleichnamigen Ort rund 80 Kilometer entfernt handelt; weiter angenommen, man startet trotzdem noch frühzeitig und lernt dann, dass Darmstadt zur Rushhour so ziemlich das Letzte ist, was man kennenlernen möchte; und schließlich angenommen, man fegt nach eindreiviertel Stunden endlich mit überhöhter Geschwindigkeit und laut schreiend in den hintersten Odenwaldwinkel und wird gleich am Ortseingang von einem Sackgassen-Schild begrüßt – dann, meine Lieben, muss ein Plätzchen-Backkurs schon verdammt gut sein! Weiterlesen