Werbung (nicht)

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Aus Gründen musste ich mich in jüngster Zeit häufig mit dem Thema Influencer Marketing befassen. Und mit der aktuellen Debatte um die Kennzeichnungspflicht. Jetzt frage ich mich: Ist es eigentlich auch Werbung, wenn ich sage: „Sweet“ von Yotam Ottolenghi und Helen Goh ist ein geiles Buch? Müsste ich diesen Blogbeitrag als Werbung deklarieren, auch wenn ich das Buch selbst gekauft, selbst bezahlt und alle bisher ausprobierten Rezepte selbst gebacken habe? Vielleicht schon.

Aber ich bin ja gar kein Influencer!

Und weil ich mich oft genug darüber aufrege, dass irgendwo irgendwas nicht ordentlich und ausführlich genug beschrieben ist, will ich jetzt mal das Gegenteil machen. Neben den hier zu sehenden Tartelettes mit Pistazien-Frangipane und Feige habe ich aus dem Buch bisher die Brownies mit Halva gebacken, die Schokoküchlein mit Tahini, den Schokokuchen zum Mitnehmen, einen Cheesecake , einen sogenannten Luisenkuchen mit Aprikose, der noch nicht beschrieben ist, das Joghurteis mit Wacholder  sowie einen Kokos-Rührkuchen, der hier in anderem Zusammenhang kurz auftaucht, dafür aber schon zweimal gemacht wurde.

Und jedes einzelne Rezept hat exakt so funktioniert, wie es angegeben war.

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Angegeben wiederum ist in diesem Buch einfach alles: Das fängt an bei der von den Autoren verwendeten Backform und möglichen Alternativen. Da steht, wenn bestimmte Zutaten gegen andere getauscht werden können. Und was dann passieren könnte oder zu beachten ist. Da steht, wie ein Teig zu einem bestimmten Zeitpunkt im Verarbeitungsprozess sein wird. Und wenn es heißt „nicht aufregen, der ist dann sehr weich, das ändert sich aber“ – dann ist der sehr weich und das ändert sich dann!

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Da steht auch: Dies und das schmeckt am besten gleich am Tag des Backens, kann aber auch aufgehoben werden. Dann ist das so.

Sowohl bei den Schokotörtchen als auch bei diesen Feigen-Tartelettes hatte ich extrem daran gezweifelt, dass sich die blindgebackenen Mürbteigböden später aus meiner Muffinform lösen würden.

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Sie lösten sich. Wie verlangt habe ich die Mulden gebuttert und mit Mehl ausgestäubt – Bingo. Die Resultate waren durch die Bank köstlich, zumindest was meinen Geschmack angeht.

Ich denke zwar, dass die Rezepte nicht jedermanns Sache sind. Sie sind oft etwas aufwendiger und die Zutaten häufig nicht ganz so üblich.

Für mich macht es das spannend. Und vor allem: Es klappt!

Werbung? Werbung!

3 Gedanken zu “Werbung (nicht)

  1. Pingback: Back to Chocolate | Back ihm was Gscheits

  2. Zwar backe ich nicht gerne und daher gehört Sweet auch nicht zu meinen Lieblingsbüchern (ganz anders als zB Jerusalem oder Nopi von Yotam Ottolenghi), aber dennoch möchte ich gerne Deinen Beitrag kommentieren. Ja, die Rezepte funktionieren und in der Tat hat bislang auch alles geschmeckt. Nein, Werbung wird es erst, wenn Du irgendwie damit Geld verdienst (dann müßtest Du aber auch ein Gewerbe anmelden und Steuern zahlen…)

    Es gibt die immer wieder geäußerte Meinung, man dürfe keine Rezepte ohne Nennung der Quelle verwenden. Gelegentlich wird sogar die Meinung vertreten, dass eine Zustimmung des Autors vorliegen muss. Beides ist falsch: erst wenn fremde Bilder oder Texte (nicht aber die bloße Zutatenliste) genutzt werden, ist man hierzu verpflichtet. Ich finde es jedoch anständig darauf hinzuweisen, dass mir die Idee zu einem Rezept nicht im Traum begegnet ist, sondern ich durch ein Kochbuch, einen Foodblog oder das alte Rezeptheft meiner Großmutter inspiriert wurde.

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    • Ich finde es auch einfach fair, zu sagen, ob man sich was selbst ausgedacht hat oder ein vorhandenes Rezept verwendet. Ich stoße im Netz immer wieder auf Rezepte, bei denen so getan wird, als sei es eine Eigenkreation – dabei kenne ich es aus einem Backbuch bei mir im Regal. 😉

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